Teichrallen leben in Europa, in Asien ostwärts bis Sulawesi und Sumbawa, in Afrika, auf Madagaskar und den Seychellen, Mauritius und Réunion, auf Hawaii sowie in Nord- und Südamerika. Sie fehlen in Australien.
Innerhalb des sehr großen Verbreitungsgebietes wird je nach Autor eine unterschiedliche Anzahl von Unterarten abgetrennt. Generell hat sich die Anzahl der beschriebenen Unterarten im Verlauf des 20. Jahrhunderts reduziert, weil man bestimmte nachgewiesene Färbungs- und Größenunterschiede nicht mehr als Unterartmerkmale ansieht. Engler (2000) geht von 14 gesicherten Unterarten und zwei Inselformen aus, deren Unterartstatus umstritten ist. Neben der auch in Europa vorkommenden Nominatform Gallinula cloropus chloropus, deren Verbreitungsgebiet im nächsten Abschnitt etwas ausführlicher dargestellt ist, sind dies im einzelnen:
- G. c. indica kommt im Süden der Arabischen Halbinsel, im Irak, in Kaschmir, Südtibet, im Süden und Osten Chinas, in Japan, auf den Riukiinseln, Taiwan, Hainandao, in Vorder- und Hinterindien, auf Sri Lanka, in Birma sowie im Norden von Malakka bis Tenasserim vor.
- G. c. orientalis lebt im Süden von Malakka, auf Sumatra, Java (Insel), Bali, Lombok, Sumbawa, Flores, Kangean, Borneo (Kalimantan) und Sulawesi.
- G. c. lozanoi ist auf die Philippinen beschränkt.
- G. c. guami lebt auf den Marianen.
- G. c. meridionalis lebt in Afrika von den Tropen bis zur Kapprovinz sowie auf den beiden Inseln Sao Tomé und Annobon.
- G. c. pyrrhorhoa kommt auf Madagaskar, Réunion und Mauritius vor.
- G. c. sandvicensis ist auf Hawaii beheimatet.
- G. c. cachinnans kommt in Nord- und Mittelamerika, auf den Bahamas und den Bermuda- und Galapagosinseln vor.
- G. c. cerceris lebt auf den Großen und Kleinen Antillen.
- G. c. pauxilla ist im Norden und Westen Kolumbiens, im Westen Ecuadors und entlang der nordwestlichen Küste Perus verbreitet.
- G. c. galeata kommt in Uruguay, dem Norden Argentiniens, in Paraguay, Brasilien, dem Osten Boliviens, in Guayana, auf Trinidad und dem Norden Venezuelas vor.
- G. c. garmani ist in seiner Verbreitung auf das Hochland von Peru, den Westen Boliviens, den Nordwesten Argentiniens und den Norden Chiles beschränkt.
- G. c. correiana ist eine weitere auf Inseln lebende Unterart und auf den Azoreninseln Terceira und Fayal zu finden.
- G. c. seychellarum und G. c. barbadensis sind zwei Inselformen, deren Einordnungen als Unterarten noch diskutiert werden. Sie leben auf den Seychellen beziehungsweise auf Barbados.
Gallinula chloropus chloropus ist die 1758 von Carl von Linné beschriebene Nominatform der Teichralle. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Großbritannien und den Shetland-Inseln über Südnorwegen, Südschweden und Südfinnland und Sankt Petersburg, Nischni Nowgorod bis nach Tomsk in Westsibirien. Sie ist außerdem im Westen des Altais, in Kasachstan, der Dsungarei, in Tianshan, Kaschmir sowie im Westen Turkestans vertreten. Im Süden erstreckt sich das Brutareal über Marokko, den Westen der Sahara bis zur Hochebene des Atlasgebirges in Algerien sowie den Norden von Tunesien. Als Brutvogel kommt sie außerdem im Nordosten von Libyen, im Nildelta und im Sinai sowie in Israel, Libanon, Syrien und im Irak vor.
In Europa ist die Art ein typischer Bewohner des Tieflandes. Die Höhenverbreitung im Bergland schwankt regional. So liegen die Brutplätze in Mitteldeutschland selten in Höhen über 600 Meter; in der Schweiz brütet die Art dagegen bis zu 800 Metern über dem Meeresspiegel. Die bisher höchste nachgewiesene Brut fand am Silsersee in einer Höhe von 1800 Metern über Normalnull statt.
In Abhängigkeit von den jeweiligen klimatischen Gegebenheiten ist die Teichralle Zug-, Stand- oder Strichvogel. Generell lässt sich sagen, dass es unter den Teichrallen der west- und mitteleuropäischen Länder Zugvögel gibt, die größere Entfernungen bis in ihre Überwinterungsareale zurücklegen. Der Anteil der Vögel, für den dies zutrifft, ist im östlichen und nördlichen Europa höher. Teichrallen, die in Skandinavien brüten, überwintern überwiegend in Frankreich sowie in Spanien und auf den Britischen Inseln. Vereinzelt hat man diese Brutvögel auch im Norden Sudans, am Persischen Golf, in Mali oder in Senegal wiedergefunden. Teichrallen, die im östlichen Deutschland brüten, nutzen als Überwinterungsgebiet ein Areal, das vom Westen Deutschlands, den Niederlanden, Belgien, Spanien, Frankreich bis nach Italien reicht. Niederländische Brutvögel sind dagegen überwiegend Kurzstreckenzieher, die sich häufig im Winter in Belgien einfinden.
Britische Brutvögel sind überwiegend Standvögel, für die eine Überwinterung auf dem europäischen Festland bislang nicht belegt werden konnte. Über das Zugverhalten der asiatischen Unterarten weiß man noch wenig. Bei den europäischen Teichrallen, die Zugvögel sind, findet der Wegzug aus dem Brutgebiet überwiegend im Zeitraum von September bis November statt. In geeigneten Gebieten versammeln sich Teichrallen zu sogenannten Wintertrupps. Diese lösen sich noch vor Frühlingsbeginn auf und ziehen von Anfang März bis in den April in ihre Brutareale zurück. Teichrallen fliegen auf ihrem Zug vor allem nachts.
Der optimale Lebensraum einer Teichralle besteht aus einem stark eutrophen und flachen Gewässer mit einer dichten Röhrichtvegetation am Ufer und größeren Schwimmblattgesellschaften auf der offenen Wasserfläche. Aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit findet sich die Art aber auch an Gewässern, die diesem Optimalhabitat nicht entsprechen. Sie nutzt auch kleinere Tümpel und Wasserlöcher, die eine Wasserfläche von 20 bis 30 Quadratmetern haben, und ist unter anderem in Torfabbaugebieten, auf Rieselfeldern, entlang Überschwemmungsflächen und langsam strömender Flüsse sowie Lehm- und Kiesgruben zu finden. Gallinula chloropus zählt außerdem zu den Tierarten, die sich Stadtgebiete als Lebensraum erobert haben und ist dort in Gärten, Parks und Zoos zu sehen, wenn diese ausreichend Wasserflächen bieten. Dabei stellt sie nur geringe Ansprüche an die Wasserqualität. Wesentlicher als diese ist das Vorhandensein einer geeigneten Ufervegetation.